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Lost in Alsace

Chateau_L_03

Lost in Alsace

Unsere heutige Fotoexkursion führt uns mal wieder nach Frankreich. Erster Halt Chateau L., inzwischen schon ein Hotspot der Urbex-Szene und tatsächlich waren wir nicht die einzigen dort sondern teilten uns das traumhafte Gebäude mit ein paar Kids und einer Hochzeitsgesellschaft beim Shooting. Unglaublich, wenn man bedenkt, wie beschwerlich der Zugang ist;-)

Das Chateau lassen wir schnell hinter uns. Mit im Gepäck einen grandiosen Tipp von unserem französischen Fotofreund Alex: Ein seit Jahrzehnten verlassenes Sägewerk, in dem noch viele Maschinen und Fahrzeuge stehen. Die Stelle war nicht ganz einfach zu finden, obwohl die gezeichnete Skizze von Alex sehr detailliert war. Nach einer knappen Stunde über stillgelegte Schienen, an einem Bach entlang und durch unwegsamen Wald, entdeckten wir schließlich den ersten LKW unter den Bäumen.

Es war ein erhebender Moment. Schließlich fährt man oft stundelang ohne zu wissen, was wirklich auf einen zukommt, ob die Stelle eventuell inzwischen geräumt wurde oder einfach nur zerstört ist. Aber in diesem Fall hat sich jeder Kilometer gelohnt. Die Nachmittagssonne tauchte die verrosteten Autoreste in ein feuerrot und die vielen Grüntöne der Bäume, Flechten und Moose waren fast schon übersättigt in ihrer Farbkraft.Wir verbrachten Stunden auf dem weitläufigen Gelände und entdeckten immer wieder neue bizarre Maschinenwracks im Wald und den zerfallenen Fabrikhallen.

Als die Sonne es fast nicht mehr schaffte, das tief eingeschnittene Tal zu erhellen, machten wir uns auf den Heimweg.

Es dauerte nicht lange und eine große, wild bewachsene Natursteinmauer erregte unsere Aufmerksamkeit. Der Eingang war schnell ggefunden und dahinter verbarg sich ein fantastisches Anwesen mit einer prächtigen Villa und einem Nebengebäude, in dem eine kleine Kapelle mit Orgel untergebracht war. Leider war alles sehr zerstört und die Villa fast komplett ausgebrannt. Einzig zwei früher bestimmt prächtige Samtsessel waren noch da und ein alter kaputter Flügel ohne Beine. Außerhalb der Villa befand sich ein verwunschener Park der sicherlich vor 100 Jahren ein Paradies gewesen sein muss. Darin verteilt waren kleine steinerne Spielhäuser und gigansiche Mamutbäume, ein ausgetrockneter Bach mit Brücke und diverse Käfige wie in einem Streichelzoo. Sicherlich mussten sich früher mehrere Gärtner um das Anwesen kümmern das nun vollends verwildert.

Inzwischen ist die Sonne komplett verschwunden und wir lassen die Villa hinter uns. Schließlich kehren wir noch in ein kleines Restaurant ein und bei gutem Essen und dem Sichten unserer Fotooausbeute freuen wir uns schon auf das nächste Abenteuer.

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