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Die Schmiede

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Fast vergessen – jetzt liebevoll restauriert
Die alte Allenbacher Dorfschmiede

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In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts kam der Huf- und Wagenschmiedemeister Rudolf Brombacher nach Allenbach, um hier die Schmiedetochter Amalie Wagner zu heiraten und die kleine Dorfschmiede in der Treib zu übernehmen.

Die Räume in der Treib wurden bald zu klein, und man verlagerte die Schmiede kurzerhand in das Anwesen der Gebrüder Ries in die Hintergasse. Das ursprüngliche Gebäude steht nicht mehr, einzig die imposante Scheune, die heute restauriert als Wohnhaus genutzt wird, zeugt noch von diesem Ort.

In der damaligen Zeit wurde fast in jedem Haus Landwirtschaft betrieben. Die Arbeit auf den steinigen und kargen Hunsrückböden verlangte den Maschinen, Wagen und Gespannen einiges ab, und der Verschleiß war groß. Dadurch war die Auftragslage für die Dorfschmiede sehr gut. Ein weiterer Geschäftszweig des Schmieds war das fachmännische Beschlagen von Pferden und die Klauenpflege von Kühen und Ochsen. Folglich fasste Brombacher 1925 den Entschluss, seine eigene Schmiede zu bauen, und schließlich wurde das für damalige Zeit recht große Wohn- und Arbeitshaus errichtet.

Brombachers Sohn Willi erlernte ebenfalls das Schmiedehandwerk und übernahm schließlich das Erbe seines Vaters. Er betrieb die Schmiede bis in die 80er Jahre.

Die Schmiede war nicht nur ein Arbeitsort, sondern auch ein beliebter Treffpunkt. In den langen kalten Wintermonaten, wenn die Arbeit im Wald und auf den Feldern nicht möglich war, trafen sich die Männer hier und machten „Dorfpolitik“.

Nach dem Tode Willi Brombachers im Jahr 2009 geriet die Schmiede fast in Vergessenheit. Schließlich wurde sie von Edwin Steuer aufgekauft und mit viel Liebe zum Detail restauriert. Durch Zukauf von weiteren Exponaten aus Schmiedekunst und der Frühzeit der Metallverarbeitung entstand dieses kleine Museum in seiner heutigen Form.

Info:

Herr Steuer bat mich, „seine“ Schmiede in Aktion zu fotografieren und mit den Bildern einen kleinen Info-Flyer zu erstellen. Die Aufnahmen sind an einem schönen Herbstmorgen entstanden. Es war gar nicht so einfach, das Feuer der Esse in Gang zu bringen, und die Hitze zu halten. Ich musste immer im Wechsel fotografieren und den Blasebalg betätigen. Der Schmied wohnt in Allenbach und betreibt das Schmiedehandwerk nur als Hobby oder bei Vorführungen für Touristen oder Schulklassen.

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