Oktober 2020
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Lost Cars – Morris Garage

Lost Cars – Morris Garage

Fotoexkursion zu einer verlassenen Industriehalle

Die Fahrt führt mich durch eine zerklüftete Hochebene, vorbei an Ölförderpumpen und kleinen Dörfern. Die Grenze ist nicht weit und der Baustil von Häusern und Kirchen wird langsam östlicher. Am Horizont wird die Ebene durch eine kilometerlange Kante, ähnlich einer gigantischen Treppenstufe unterteilt. Es ist ein schwülheißer Tag im Juli und die sich auftürmenden Wolken kündigen ein heftiges Gewitter an. Mir bleibt nicht viel Zeit. Ich bin auf dem Weg zu einer verlassenen Industriehalle, die voller Oldtimer stehen soll.

Der Einstieg

Nach dem ich das Ziel gefunden habe, biege ich in einen Feldweg ein und parke meinen Wagen unter Obstbäumen und Brombeerhecken. Ich bin völlig allein und die Situation ist schon etwas unheimlich. Nach einem kurzen Fußmarsch in der schwülen Sommerhitze, entdecke ich ein halbgeöffnetetes Holztor und  betrete eine ca. 80 Meter lange Industriehalle – meine Augen brauchen einen Moment, um sich auf das Dämmerlicht einzustellen.

Die Fahrt hat sich gelohnt — ca. 50 Fahrzeuge in unterschiedlichen Zuständen haben hier Ihre letzte Ruhestätte gefunden. Viele britische Wagen aus den 60er Jahren, Japaner aus den 70ern aber auch ein Lloyd Arabella Kombi aus den späten 50ern stehen bunt durcheinander.

Die Technik

Ich inspiziere die Halle und verschaffe mir einen fotografischen Überblick. Meine treuen Begleiter sind zwei Olympus OM-D EM10. Für den ersten Durchgang wähle ich für die eine Kamera das Allroundobjektiv 12-40 mm F 2.8 PRO und für die andere das Superweitwinkel 7-14 mm F 2.8 PRO. Die Lichtstärke der Linsen bringt in der schummrigen Halle gute Ergebnisse aus der Hand und ist sehr gut für schnelle Reportagen geeignet.

Nach der Bestandsaufnahme kristallisieren sich einige Motive heraus, denen ich mehr Zeit widmen möchte. Das heißt, ich bereite mein Stativ vor und stelle die Kamera entsprechend ein. Ich möchte einen möglichst großen Schärfebereich haben und die Bildqualität soll so gut sein, dass ich große Abzüge mit wenig Rauschen erstellen kann. dazu stelle ich die ISO auf den kleinsten möglichen Wert, in meinem Fall 100. Einen großen Schärfebereich bekomme ich durch Abblenden, dazu wähle ich die Blende 11. Um später am Computer noch alle Möglichkeiten im Bezug auf Weißabgleich und Belichtung zu haben, fotografiere ich im RAW Format. Bei dieser Vorgehensweise und den schlechten Lichtverhältnissen in der Halle, komme ich auf Belichtungszeiten von über 15 Sekunden und mehr, also ohne Stativ wäre es unmöglich, brauchbare Ergebnisse zu erzielen.

Es hat sich gelohnt

Die Zeit in der Halle vergeht wie im Flug und das Licht wird immer schlechter. Inzwischen hat das Gewitter mit Starkregen die Halle fast erreicht und ich muss meine Exkursion abbrechen. Leider weiß ich nicht, ob ich nochmals die Gelegenheit haben werde, hier her zu kommen aber auf alle Fälle würde sich ein zweiter Besuch lohnen.

2 Comments
  • Stefan
    Posted at 10:57h, 17 Oktober Antworten

    Wunderbarer Bericht zu dieser interessanten Fototour, toll geschrieben und leidenschaftlich mit der Kamera festgehalten!

    • Frank Gemeinhardt
      Posted at 11:42h, 17 Oktober Antworten

      Danke Stefan!

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